Unsere Kirchenpatrone

Es sind nur noch wenige Tage bis zum 17. Januar, dem Gedenktag des Hl. Antonius, an dem wir unser alljährliches Patronatsfest feiern. Doch wer war eigentlich der Heilige Antonius? Manch einer hat mal was von einem Einsiedler gehört und irgendwelchen Schweinen die durchs Dorf getrieben wurden, aber wie paßt das alles zusammen? Damit die Fragezeichen keine Fragezeichen bleiben findet ihr auf der Seite „Kirche“ alle wichtigen Informationen zu unseren Kirchenpatronen, zu denen auch der Heiligen Palcidus von Subiaco gehört, dessen Gedenktag am 5. Oktober gefeiert wird.

 

Heiliger Antonius von Ägypten (Antonius der Große)

Lebensdaten

geboren um 250 in Ägypten
gestorben um 356 in Tabenísi (Ägypten)

Vita

Heiliger Antonius der Große

Antonius von Ägypten, auch Antonius der Große genannt, zählt zu den berühmtesten Einsiedlern der christlichen Geschichte. Um 250 geboren lebte Antonius zunächst als Sohn wohlhabender Eltern bei Heraclea in Mittelägypten. Als er 20 Jahre alt ist, sterben seine Eltern.

Von da an beginnt Antonius dem Evangelium folgend ein aszetisches Leben: Seine Schwester, für die er sorgen muss, schickt er in ein Heim und verschenkt das elterliche Erbe. Zuerst zieht er sich in der Nähe seines Heimatdorfes in die Einsamkeit zurück, später in eine Felsengrabkammer am Rande der Lybischen Wüste, wo er der Legende nach vielen dämonischen Versuchungen ausgesetzt war.

Schließlich lebt er etwa 20 Jahre in einem unbewohnten Gebirge jenseits des Nils. Um 311 geht er nach Alexandria, um dort unter Lebensgefahr Gefangene des grausamen Christenverfolgers Maximinus Daja zu unterstützen. Danach zieht er sich endgültig in die Wüste zurück. Antonius ist als Bauer tätig, vor allem aber auch als Lehrer für eine große Schar von Jüngern, die sich inzwischen um den berühmten Einsiedler versammelt hat. Antonius steht während dieser Zeit in ständigem brieflichen Kontakt mit Kaiser Konstantin.

Gegen Ende seines Lebens verlässt Antonius auf Bitten seines Freundes Athanasius, des Kirchenlehrers, die Einöde noch ein letztes Mal: Er kommt nach Alexandria, um dort gegen die arianische Irrlehre aufzutreten. In beeindruckenden Predigten soll er den christlichen Glauben an die Gottheit Jesu Christi verteidigt haben.

Kurze Zeit nach seiner Rückkehr in die Wüste stirbt Antonius mit 105 Jahren. Auf die nachfolgenden Generationen hat Antonius bleibenden Einfluss: Nach seinem Vorbild gründen sich Einsiedlergemeinden in der Wüste, die sich an den praktischen Anweisungen des Antonius orientieren.

Antonius selbst hatte keine Regel verfasst; sein Freund Athanasius verfasst jedoch nach Antonius Tod dessen Vita, in der er die Anweisungen, die auf den berühmten Einsiedler zurückgehen, niederschreibt.

Brauchtum

Die Verehrung des heiligen Antonius breitet sich seit dem 5. Jahrhundert im Abendland aus und verstärkte sich seit der Übertragung der Reliquien nach Frankreich weiter. Die Hoch-Zeit der Antonius-Verehrung ist die Zeit zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert.

Besonders der Antoniusorden trug zur Verbreitung des Kults bei. Dieser Orden war 1095 von einem französischen Adligen gegründet worden, dessen Sohn durch die Reliquien des Antonius geheilt worden war. Des Weiteren förderten die Ritter die Verehrung, weil sie in Antonius einen Standesgenossen und ein Vorbild sahen. 1382 wurde der sogenannte Antonius-Ritter-Orden gegründet. Die besondere Nähe der Ritter zu Antonius erklärt sich aus dessen adliger Herkunft, sowie den Berichten von Antonius` Kampf mit den dämonischen Mächten.

Weil er mit dämonischen Tiergestalten gekämpft haben soll, entwickelte sich die Idee des „Antonius-Schweins“: Die Brüder des Antoniusordens dürfen für die Armenpflege ihre Schweine frei weiden lassen, als Kennzeichen tragen sie ein Glöckchen. Oft wurde eins der Schweine am Antoniustag geschlachtet, gesegnet und an die Armen der Gemeinde verschenkt.

Namensbedeutung

Antonius ist ein altrömischer Geschlechtername unklaren Ursprungs.

Namensableitungen

Von ‚Antonius ‚ lassen sich folgende Namen ableiten: Anton, Antonios, Antoninus, Toni, Tone, Tonke, Tünnes, Tönnies, Tönjes, Dnjes, Antoon, Toon, Antoine, Toinon, Antonio, Antonino, Tonio, Tonino, Antonello, Anthony, Tony, Antonin, Antal, Antek.

Darstellung

Antonius der Große wird als Einsiedler, meist als Greis, mit Stab und Buch dargestellt. Manchmal stützt er sich auf einen Stab in T-Form, das sogenannte Antoniuskreuz. Oft ist er auch mit Schweinen oder Dämonen abgebildet.

Patron

Antonius der Große ist Patron der Ritter, Haustiere, Schweine, Metzger, Schweinehirten, Weber, Zuckerbäcker, Totengräber, Korbmacher, gegen Krankheiten, Pest, Feuer, Viehseuchen.

Gedenktag

Der Gedenktag des Heiligen Antonius ist der 17. Januar.

Wetterregel

Als Wetterregel gilt für den Antoniustag: „Wenn an Antoni die Luft ist klar, gibt’s bestimmt ein trocken Jahr.“

Quellennachweise:
Dipl.-Theologin Heike Harbecke, Universität Münster (http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=60776)

 

Heiliger Placidus von Subiaco

Lebensdaten

Geboren im 6. Jahrhundert, vermutlich in Italien, gestorben im 6. Jahrhundert in Subiaco (Italien).

Vita

Heiliger_PlacidusPlacidus war Sohn eines römischen Patriziers namens Tertullus und wurde ein Schüler des Benedikt von Nursia in Subiaco.

Die Legende erzählt, dass Placidus eines Tages zu ertrinken drohte; da bewirkte Benedikts Gebet, dass Bruder Maurus trockenen Fußes übers Wasser gehen konnte, um ihn zu retten.

Placidus gründete der Überlieferung zufolge im Auftrag seines Lehrers in Messina in Sizilien Anfang des 6. Jahrhunderts ein Kloster, das demnach von Piraten überfallen und in Brand gesteckt wurde; mit seiner Schwester Flavia und seinen Gefährten gemartert, sei er anschließend enthauptet worden. Hintergrund dafür ist, dass Placidus ab dem 11. Jahrhundert auf dem Montecassino mit einem sizilianischen Märtyrer gleichen Namerns identifiziert wurde.

Nach 1133 verfasste Petrus Diaconus eine Reihe von gefälschten Lebensgeschichten über Mönche vom Montecassino, die auch eine Schilderung des Martyriums von Placidus und seiner angeblich 33 Gefährten enthält.

 

Namensbedeutung

Der Name Placidus hat eine lateinischen Ursprung und bedeutet übersetzt „der Sanfte“ / „der Gütige“

Darstellung

Mönch mit Büchern und Totenkopf

Patron

Placidus von Subiaco ist Patron der Schiffer und bei Gefahr des Ertrinkens

Gedenktag

Der Gedenktag des Heiligen Placidus von Subiaco ist der 5. Oktober

Quellennachweis:
Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de.