Pfarrheim

Das im Zentrum von Dipperz gelegene Pfarrheim (Birkenweg 10) hat eine ereignisreiche Geschichte hinter sich. Zunächst als Wohnhaus genutzt diente es lange Jahre als Schwesternhaus und Kindergarten, bis es schließlich zum Pfarrheim und Mietshaus umfunktioniert wurde. Heute  finden dort vor allen Dingen die Pfarrfeste, Kindernachmittage, Kommunionstunden und Seniorennachmittage statt.

Im Erdgeschoss gibt es neben einer Küche, einem teilbaren Gruppenraum und den Toiletten auch eine kleine Kapelle, die jedoch in den vergangenen Jahren wenig genutzt wurde. In den darüberliegenden Stockwerken befinden sich die Hausmeisterwohnung und eine normale Mietwohnung.

  

Das Pfarrhaus ist von einem wunderschön angelegten Pfarrgarten umgeben, der einmal im Jahr für das Pfarrfest genutzt wird.

 

Ansprechpartner

Falls Sie Fragen zum Pfarrheim haben, oder die Räumlichkeiten gerne für eine Veranstaltung nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an das Pfarrbüro.

 

Geschichtliches 

Im Sommer 1933 ließ sich Pfarrer Philipp Nüchter in der Nähe seines Elternhauses ein Haus bauen (heutiges Pfarrheim). Er war sehr krank und hatte mit dem Mutterkloster der Herz-Jesu-Schwestern in Wien vereinbart, dass sein Haus mit Grundstück nach seinem Tod in den Besitz der Herz-Jesu-Schwestern übergehe. Als Gegenleistung sollten die Schwestern den kranken Pfarrer zeitlebens pflegen. Zuletzt war er Pfarrer in Bärenstein im Erzgebirge.

Im Januar 1934 kam die erste Schwester nach Dipperz. Kurze Zeit später ließen sich noch drei weitere Schwestern im Hause Nüchter nieder. Neben Pfarrer Nüchter pflegten sie auch ihren großen Gönner und Wohltäter, Pfarrer Ney. Pfarrer Ney starb am 03.Mai 1935, Pfarrer Nüchter am 08.08.1936 im Alter von 50 Jahren. Pfarrer Ney führte während seiner Zeit als Pfarrer in Dipperz, insbesondere nach dem I . Weltkrieg, über 50 junge Mädchen und Frauen in den Orden der Herz-Jesu-Schwestern. Die Schwestern richteten nach dem Tod der beiden Pfarrer einen Kindergarten und eine Krankenstation im Hause Nüchter, inzwischen „Schwesternhaus“, ein und leiteten diese auch. Der Kindergarten war bis zum Neubau im Jahre 1970 in einer Baracke (RAD Reichsarbeitsdienst) untergebracht. Viele ältere Dipperzer werden sich noch gerne an die Krankenschwester Magdalena erinnern. Eine humorvolle Frau, der man den Namen „Lachschwester“ gegeben hatte. Sie stammte aus dem Saarland, fuhr auf einem „Sachs“ (Leichtmotorrad mit 98 ccm und Pedalen) zu den Kranken. Ihr medizinisches Wissen war hervorragend. Gerne kehrte sie auf ihren Krankenfahrten manchmal in bestimmten Häusern ein, von denen sie wusste, dass es dort echten Bohnenkaffee gab. (Im Schwesternhaus trank man sehr wahrscheinlich „Muckefuck“).

Auch die Herz-Jesu-Schwestern mussten 1968/69 wegen mangelnden Nachwuchses ihr Haus in Dipperz aufgeben. Der Kindergarten ging in die Trägerschaft der politischen Gemeinde über. Das „Schwesternhaus“ wurde von der katholischen Kirchengemeinde übernommen und zunächst als Altenheim genutzt. Die Auflagen für Altenheime mit mehr als 4 Personen wurden strenger und konnten in baulicher Hinsicht nicht mehr erfüllt werden. Deshalb wurde das Altenheim geschlossen. Nach einer Grundrenovierung entstanden in dem Haus zwei Mietwohnungen. Das Erdgeschoss mit schöner Hauskapelle (aus der Schwesternzeit) dient heute als Pfarrheim. Der Garten wurde parkähnlich angelegt und bildet mit der Mariengrotte eine Einheit.