Kirche

Unsere Kirche

Kirchenansicht OstseiteDie Katholische Kirche St. Antonius und St. Placidus  ist ein stattlicher Backsteinbau in neuromanischen Formen. Sie wurde in den Jahren  1895-96 erbaut weil die alte Kirche beim Dorfbrand von 1892 niederbrannte. Der Bau entstand unter dem im Fuldaer Land als Original bekannten Pfarrer Wilhelm Ney, der in Dipperz über 40 Jahre segensreich wirkte.

Kirchenansicht WestseiteWegen ihrer norddeutschen Bauweise ist sie ein Exot unter den Kirchen des Fuldaer Landes und steht deshalb auch unter Denkmalschutz. Der aus Paderborn stammende Architekt A. Güldenpfennig hat hier seine norddeutsche Handschrift hinterlassen und uns eine Kirche von ganz besonderem Charme vermacht. Mit vor Ort hergestellten Feldbrandsteinen wurde das Gotteshaus innerhalb eines Jahres unter großen Anstrengungen der Dipperzer Bevölkerung errichtet.

 

Besonderheiten der Außenfassade

Die Fassade ist durch eine Blend­rosette belebt, die die sieben Werke der Barmherzigkeit darstellt. Unterhalb der Rosette befindet sich im Bogenfeld des Hauptportals eine Sandsteinplastik des Guten Hirten.

Rosette mit den sieben Werken der Barmherzigkeit (Westseite)

Sandsteinplastik "Guter Hirt" über dem Hauptportal

 

 

 

 

 

 

Über den Seitenportalen befinden sich moderne Steinplastiken, rechts Christophorus und links Maria Goretti mit Schlange und Messer (aktuell nicht abgebildet).

Innenansichten

Kirchenraum nach OstenWas zuerst auffällt wenn man in die Kirche eintritt, das sind die wunderschön detailreich ausgeführten Wein-Ornamente an den Gurt- und Jochbögen sowie Graten des Kirchenschiffs und Langhauses die dem Kirchenraum einen einzigartigen Charakter verleihen.

Wandbild der Heiligen Familie (rechts im Kirchenschiff)Im Zuge von Renovierungs-arbeiten entstanden in den 50er Jahren die über den Seitenaltären aufgemalten modernen Freskenmalereien. Auf der linken Seite des Quersschiffs (Nordseite) ist die Darstellung „Maria Verkündigung“ durch den Erzengel Gabriel zu sehen. Im rechten Querschiff ist die Heilige Familie dargestellt.

HochaltarIm Altarraum der Kirche steht ein romanischer Hochaltar mit zwei Reliquienbehältern (Antonius u. Placidus). Er ist ein Werk des Koblenzer Bildhauers Tina und wurde am 29. Juni 1912 eingeweiht.

Die neuromanische Kanzel (hier nicht zu sehen) trägt das Wappen ihres Stifters Georg Kardinal Kopp, Erzbischof von Breslau und die Jahreszahl 1911.

An der linken Chorwand hängt ein großes Ölbild des Gekreuzigten aus dem 19. Jahrhundert und an der rechten Chorwand ein Ölbild des Hl. Bonifatius aus dem Jahre 1866.

MadonnaDas Hauptschiff wird flankiert von insgesamt sechs Heiligenfiguren. Vier davon sind aus Stein und stammen aus der Zeit nach 1900 (St. Anna, Franziskus, Wendelinns u. Notburga). Zwei weitere sind klei­nere Holzplastiken aus dem Barock und verkörpern die Kirchenpatrone, den Hl. Antonius den Einsiedler sowie den Hl. Placidus.

Ein einzigartiges Stück im Fuldaer Land ist eine spätgotische, sitzende Madonna mit Ge­betbuch und segnendem Jesuskind in der Marienkapelle.

TaufsteinEbenso einmalig in sei­nem tadellosen Erhaltungszustand ist der spätgotische Taufstein. Vieleckiger, ge­treppter Fuß, rundes, am oberen Rand acht­eckiges Becken mit kreuzenden und tangieren­den doppelten Gratstäben. In den Feldern Christuskopf u. Rosetten, darüber Steinmetz­zeichen u. Inschrift Anno 1512. Der Taufstein wurde von dem  gebürtigen Dipperzer Dechant Amand Hohmann gestiftet, der ehemals Kaplan in Hünfeld war. In einem Hünfelder Ziergarten hatte dieser den als Vase zweckentfremdeten Taufstein aus dem Jahre 1512 entdeckt und gekauft.

Innenansicht Richtung WestenMit dem Blick Richtung Westen gewandt sieht man schließlich auf die Empore. Sie wird von zwei Säulen mit romanischem Würfelkapitäl getragen, die noch aus der alten Kirche (1821) stammen. Auf der Empore steht die im Jahr 2000 renovierte  romanische Orgel mit 21 Registern.

Weitere historische Hintergründe zur Pfarrkirche sowie Detailinformationen zur Orgel finden Sie in der Rubrik Geschichte

 

Geistliche, die aus unserer Pfarrgemeinde hervorgingen

Pater Harald Leibold

Er wurde am 27. Februar 1913 als Hugo Josef Leibold in Dipperz geboren. Schon mit 11 Jahren begann seine „Franziskanische Laufbahn“, als er nämlich die Schule der Franziskaner im holländischen Watersleyde besuchte, die er mit dem Abitur abschloss. 1932 trat er in Salmünster als Novize dem Franziskanerorden bei. Der Fuldaer Bischof Dr. Johannes Dietz weihte den 25-Jährigen am 3. April 1938 zum Priester.

Die frühen Jahre des priesterlichen Wirkens fielen in die schwere Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und in den Zweiten Weltkrieg. Vom Dezember 1940 bis März 1946 war er als Sanitäter im Kriegsdienst und dann in Frankreich in Gefangenschaft, wo er bereits als Lagerpfarrer wirkte.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat war Pater Harald aber nicht nur in der Pfarrseelsorge tätig, sondern auch als Mann der ersten Stunde in der Militärseelsorge, da er im Dezember 1956 sein Amt als Militärpfarrer in München antrat. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf Soldaten-Exerzitien, von denen noch zahlreiche „Gebetszettel“ erhalten sind. Von 1965 bis 1979 unterrichtete er als Religionslehrer an einer Berufsschule in Ulm. Hier tat er noch bis 1967 Dienst als Katholischer Standortpfarrer im Nebenamt.

Im November 1998 verabschiedete sich Pater Harald in den Ruhestand nach Fulda auf den Frauenberg. Doch auch hier war er nicht untätig: Seelsorgliche Aufgaben wie regelmäßiger Beichtdienst, Gottesdienste oder Vorträge für franziskanische Gemeinschaften füllten die Zeit seines „Ruhestandes“. Am 3. April 2008, kurz nach seinem 95. Geburtstag konnte er noch sein 70-jähriges Priesterjubiläum begehen. Am 8. November 2009, verstarb er schließlich im hohen Alter von 96 Jahren im Franziskanerkloster am Frauenberg in Fulda.

 

Abt Winfried Schwab (Reinhold Schwab)

Reinhold Schwab wurde am 23. Juli 1964 geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften und Geschichte trat er 1995 in die österreichische Benediktinerabtei Admont ein und erhielt in Erinnerung an den Hl. Bonifatius den Namen Winfried. Er studierte Philosophie und Theologie in Graz, Salzburg und Einsiedeln (Schweiz). Am 17. Juni 2006 weihte ihn der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari zum Priester, und am 2. Juli konnte er dann die Heimatprimiz in Dipperz feiern.

Als Subprior gehörte Pater Winfried der Klosterleitung des Stiftes Admont an. http://www.stiftadmont.at/deutsch/ und war als Novizenmeister und Klerikermagister für die Einführung und Ausbildung der Neueintretenden und der „Klosterjugend“ zuständig. Seelsorglich betreute er den nahe Admont gelegenen Marienwallfahrtsort Frauenberg als Pfarrer und Wallfahrtsleiter. http://www.wallfahrtskirche-frauenberg.at/ und wirkte entscheident am kulturellen Programm des Stiftes Admont mit. Als Kulturbeauftragter des Konventes entwickelte er ein Sammlungskonzept für das Museum und pflegte die Kontakte zu Künstlern und Journalisten.

Die Benediktinerabtei Admont ist nicht nur ein Zentrum des Gebetes weit über die Region hinaus, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt. Die weltgrößte Klosterbibliothek und die verschiedenen Museumssammlungen zeigen Schätze von internationalem Rang vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Am 5. Oktober 2015 wählte ihn der Konvent der Abtei Neuburg bei Heidelberg zum 5. Abt. Dieses Amt trat er am 8. März 2016 an, am 12. März spendete ihm Erzbischof Stephan Burger von Freiburg, die Benediktion.

 

Pater Benedikt (Bernhard Friedrich)

Pater Benedikt Friedrich OSB, geboren 1965, als Kind und Jugendlicher Ministrant, schloss zunächst eine Ausbildung zum Dipl.-Verwaltungswirt ab, trat in das Benediktinerkloster Scheyern ein und studierte dann in Salzburg, Rom und Jerusalem Theologie. Seine Heimatprimiz feierte er in Dipperz im Juli 2000.

Im Kloster trägt er Mitverantwortung als Prior, in der Begleitung der Novizen und als Webmaster der Homepage www.kloster-scheyern.de. In diesem altehrwürdigen Kloster mit einer Heilig-Kreuz-Reliquie ist das gemeinsame Gebet der Mönche ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens. In Scheyern und Umgebung wirkt er als Pfarrer vor allem in der Seelsorge.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die Jugend. Aus der mehr als zehnjährigen Erfahrung in der Firmvorbereitung ist das „Handbuch Firmvorbereitung“ für die Begleiter/-innen und für die Hand der Jugendlichen der „Firmfächer – angesteckt und aufgeweckt“ entstanden. Episoden aus seinem Leben zu der Frage, wie man in der heutigen Welt an Gott glauben kann, schildert er im Buch „Gott inside – Das Glaubensbuch {nicht nur} für Jugendliche“ (erscheint im März 2013).

 

Die Kirchenpatrone unserer Pfarrkirche

Heiliger Antonius von Ägypten (Antonius der Große)

Lebensdaten

geboren um 250 in Ägypten
gestorben um 356 in Tabenísi (Ägypten)

Vita

Heiliger Antonius der Große

Antonius von Ägypten, auch Antonius der Große genannt, zählt zu den berühmtesten Einsiedlern der christlichen Geschichte. Um 250 geboren lebte Antonius zunächst als Sohn wohlhabender Eltern bei Heraclea in Mittelägypten. Als er 20 Jahre alt ist, sterben seine Eltern.

Von da an beginnt Antonius dem Evangelium folgend ein aszetisches Leben: Seine Schwester, für die er sorgen muss, schickt er in ein Heim und verschenkt das elterliche Erbe. Zuerst zieht er sich in der Nähe seines Heimatdorfes in die Einsamkeit zurück, später in eine Felsengrabkammer am Rande der Lybischen Wüste, wo er der Legende nach vielen dämonischen Versuchungen ausgesetzt war.

Schließlich lebt er etwa 20 Jahre in einem unbewohnten Gebirge jenseits des Nils. Um 311 geht er nach Alexandria, um dort unter Lebensgefahr Gefangene des grausamen Christenverfolgers Maximinus Daja zu unterstützen. Danach zieht er sich endgültig in die Wüste zurück. Antonius ist als Bauer tätig, vor allem aber auch als Lehrer für eine große Schar von Jüngern, die sich inzwischen um den berühmten Einsiedler versammelt hat. Antonius steht während dieser Zeit in ständigem brieflichen Kontakt mit Kaiser Konstantin.

Gegen Ende seines Lebens verlässt Antonius auf Bitten seines Freundes Athanasius, des Kirchenlehrers, die Einöde noch ein letztes Mal: Er kommt nach Alexandria, um dort gegen die arianische Irrlehre aufzutreten. In beeindruckenden Predigten soll er den christlichen Glauben an die Gottheit Jesu Christi verteidigt haben.

Kurze Zeit nach seiner Rückkehr in die Wüste stirbt Antonius mit 105 Jahren. Auf die nachfolgenden Generationen hat Antonius bleibenden Einfluss: Nach seinem Vorbild gründen sich Einsiedlergemeinden in der Wüste, die sich an den praktischen Anweisungen des Antonius orientieren.

Antonius selbst hatte keine Regel verfasst; sein Freund Athanasius verfasst jedoch nach Antonius Tod dessen Vita, in der er die Anweisungen, die auf den berühmten Einsiedler zurückgehen, niederschreibt.

Brauchtum

Die Verehrung des heiligen Antonius breitet sich seit dem 5. Jahrhundert im Abendland aus und verstärkte sich seit der Übertragung der Reliquien nach Frankreich weiter. Die Hoch-Zeit der Antonius-Verehrung ist die Zeit zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert.

Besonders der Antoniusorden trug zur Verbreitung des Kults bei. Dieser Orden war 1095 von einem französischen Adligen gegründet worden, dessen Sohn durch die Reliquien des Antonius geheilt worden war. Des Weiteren förderten die Ritter die Verehrung, weil sie in Antonius einen Standesgenossen und ein Vorbild sahen. 1382 wurde der sogenannte Antonius-Ritter-Orden gegründet. Die besondere Nähe der Ritter zu Antonius erklärt sich aus dessen adliger Herkunft, sowie den Berichten von Antonius` Kampf mit den dämonischen Mächten.

Weil er mit dämonischen Tiergestalten gekämpft haben soll, entwickelte sich die Idee des „Antonius-Schweins“: Die Brüder des Antoniusordens dürfen für die Armenpflege ihre Schweine frei weiden lassen, als Kennzeichen tragen sie ein Glöckchen. Oft wurde eins der Schweine am Antoniustag geschlachtet, gesegnet und an die Armen der Gemeinde verschenkt.

Namensbedeutung

Antonius ist ein altrömischer Geschlechtername unklaren Ursprungs.

Namensableitungen

Von ‚Antonius ‚ lassen sich folgende Namen ableiten: Anton, Antonios, Antoninus, Toni, Tone, Tonke, Tünnes, Tönnies, Tönjes, Dnjes, Antoon, Toon, Antoine, Toinon, Antonio, Antonino, Tonio, Tonino, Antonello, Anthony, Tony, Antonin, Antal, Antek.

Darstellung

Antonius der Große wird als Einsiedler, meist als Greis, mit Stab und Buch dargestellt. Manchmal stützt er sich auf einen Stab in T-Form, das sogenannte Antoniuskreuz. Oft ist er auch mit Schweinen oder Dämonen abgebildet.

Patron

Antonius der Große ist Patron der Ritter, Haustiere, Schweine, Metzger, Schweinehirten, Weber, Zuckerbäcker, Totengräber, Korbmacher, gegen Krankheiten, Pest, Feuer, Viehseuchen.

Gedenktag

Der Gedenktag des Heiligen Antonius ist der 17. Januar.

Wetterregel

Als Wetterregel gilt für den Antoniustag: „Wenn an Antoni die Luft ist klar, gibt’s bestimmt ein trocken Jahr.“

Quellennachweise:
Dipl.-Theologin Heike Harbecke, Universität Münster (http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=60776)

 

Heiliger Placidus von Subiaco

Lebensdaten

Geboren im 6. Jahrhundert, vermutlich in Italien, gestorben im 6. Jahrhundert in Subiaco (Italien).

Vita

Heiliger_PlacidusPlacidus war Sohn eines römischen Patriziers namens Tertullus und wurde ein Schüler des Benedikt von Nursia in Subiaco.

Die Legende erzählt, dass Placidus eines Tages zu ertrinken drohte; da bewirkte Benedikts Gebet, dass Bruder Maurus trockenen Fußes übers Wasser gehen konnte, um ihn zu retten.

Placidus gründete der Überlieferung zufolge im Auftrag seines Lehrers in Messina in Sizilien Anfang des 6. Jahrhunderts ein Kloster, das demnach von Piraten überfallen und in Brand gesteckt wurde; mit seiner Schwester Flavia und seinen Gefährten gemartert, sei er anschließend enthauptet worden. Hintergrund dafür ist, dass Placidus ab dem 11. Jahrhundert auf dem Montecassino mit einem sizilianischen Märtyrer gleichen Namerns identifiziert wurde.

Nach 1133 verfasste Petrus Diaconus eine Reihe von gefälschten Lebensgeschichten über Mönche vom Montecassino, die auch eine Schilderung des Martyriums von Placidus und seiner angeblich 33 Gefährten enthält.

 

Namensbedeutung

Der Name Placidus hat eine lateinischen Ursprung und bedeutet übersetzt „der Sanfte“ / „der Gütige“

Darstellung

Mönch mit Büchern und Totenkopf

Patron

Placidus von Subiaco ist Patron der Schiffer und bei Gefahr des Ertrinkens

Gedenktag

Der Gedenktag des Heiligen Placidus von Subiaco ist der 5. Oktober

Quellennachweis:
Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de.